Mittwoch, 28. Oktober 2009

Geschichten vom Ponyhof

Stiefeletten von Martin Margiela aus Ponyfell © Peter Langer

Diesen großartigen Artikel gibt es im aktuellen Zeit-Magazin zu lesen, und ich kann nur bestätigen: Pony ist in und das scheint auch schon Le Corbusier gewusst zu haben, wie ihr hier sehen könnt. Aber nicht nur der Artikel ist ein Genuss sondern auch das dazu gedruckte Foto von Peter Langer. Die Stiefeletten von Martin Margiela sind ein Traum, jetzt aber genug geredet, viel Freude beim Lesen:

"Es gibt einen designierten Nachfolger des Nerzes: das Pony. Immer mehr Ponyfell ist in der Mode zu sehen. Offenbar kommt für viele Menschen das Glück dieser Erde vom Rücken der Pferde. Giorgio Armani schustert Loafer mit Elementen aus Ponyfell, Tod’s hat Pony-Stiefeletten im Angebot. Rick Owens hat für den Mann sogar eine ganze Ponyfell-Hose geschneidert.

Nun ist das Pony in Zeiten, wo es in jeder Stadt eine »Pony-Bar« gibt und Bücher Das Leben ist kein Ponyhof heißen, ein absoluter Sympathieträger. Und man mag gar nicht glauben, dass auch das Leben sehr beliebter Tiere mal zu Ende geht und sie schließlich beim Abdecker landen, weil der Ponyhof keinem müden Klepper seinen Lebensabend finanzieren will.

Ponyfell und Pferdeleder zählen zu den besten Tierhäuten überhaupt. Sie sind nicht nur schön und weich, sondern auch überaus strapazierfähig. Glücklicherweise gibt es keine Ponyfarmen, auf denen die Tiere ihres Fells wegen gequält werden.

Das Pony gibt sein Fell sozusagen als letzte gute Tat am Ende seines Lebens ab. Manchmal auch als erste gute Tat, es kommt immer darauf an, ob das Pony nett war oder ein störrisches Biest, das einem den Urlaub auf dem Ponyhof zur Hölle gemacht hat. Manchmal lässt sich so ein Aufenthalt überhaupt nur ertragen durch die Vorstellung, dass man die keilenden und beißenden Viecher eines Tages als Schuh erwerben kann."

Quelle: Zeit-Magazin "Stilkolumne: Vom Rücken der Pferde" von Tillmann Prüfer

Dienstag, 27. Oktober 2009

Herbstlied: Charlotte Gainsbourg - IBM


Ein wunderbares Herbstlied gibt es derzeit von Charlotte Gainsbourg zu hören. Das erste Lied ihres, von Beck produzierten neuen Albums "IRM" gibt es auf ihrer Webseite zum freien Download. Noch in diesem Jahr folgt dann der Rest des viel versprechenden Albums. Ich sage nur: Vorsicht Suchtgefahr!

Montag, 26. Oktober 2009

Tisch meets Tischbein


Die Idee, ein Tischbein gegen Magazine, oder wie hier gegen Bücher auszutauschen, haben wir in etwas anderer Form bereits hier gesehen. Nun allerdings mein Vorschlag, wie wäre es mit einer Kombination aus Tisch, Büchern und Luftballons. Der Tisch, gesehen bei Ted Baker in Paris, und das auf der Fiac entdeckte Kunstwerk, scheinen wie füreinander bestimmt.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Fiac - la fin

Fiac - Mircea Cantor - Itching Pockets

Itching Pockets, 2007 © Mircea Cantor

Fiac - Ian Wallace - Mies Pavilion Barcelona III

Mies Pavilion Barcelona III, 2009 © Ian Wallace

Der zweite Teil der Fiac im Grand Palais beinhaltete die Arbeiten der großen Künstler, unter ihnen Andreas Gursky, Erwin Wurm und Gilbert & George. Viele Menschen, noch mehr Kunst. Da tat es gut zwischen den schreienden und bunten neuen Arbeiten auch ein paar ruhige und etwas melancholische zu sehen. Immer wieder dafür geeignet ist der Pavilion in Barcelona von Mies van der Rohe. Der Künstler Ian Wallace hat zu diesem Ereignis seine auf Leinwand aufgezogenen Fotos Mies Pavilion Barcelona III präsentiert. Ein wunderbares Gebäude und ganz wunderbare Fotos.

Fiac - David Reimondo - Fiat 500

Fiat 500, 2009 © David Reimondo

Ein ganz neues Material für Bilder gab es bei David Reimondo. Sein Fiat 500 ist nicht auf eine gewöhnliche Leinwand gemalt, sondern in Toast-Scheiben geröstet. Für mich war dieses Werk ein absolutes Highlight zwischen all den sonstigen doch sehr gewöhnlichen Darstellungsformen.

Samstag, 24. Oktober 2009

Fiac - Yves Bélorgey - Rue à Nagoya

Rue à Nagoya, 2009 © Yves Bélorgey

Fiac - Zilla Leutenegger - Sunset Neighborhood

Sunset Neighborhood (2009) © Zilla Leutenegger

Die wohl bezaubernste Arbeit die ich auf der Fiac gesehen habe, ist Sunset Neighborhood von Zilla Leutenegger. Auf einer Straßenlaterne sitzt ein Mensch, der die Füße Baumeln lässt und von sich von Zeit zu Zeit an die Laterne hängt, ein wenig schaukelt oder sich einfach ausruht. Dem Schatten, der modellhaften Straßenlaterne, wird über einen Projektor, eine kleine Figur hinzugefügt, die kleinere artistische Übungen an der Straßenlaterne macht und sich ihre Zeit vertreibt. Eine wunderschöne Idee und eine traumhafte Umsetzung.
Bei dem Blick auf ihre Webseite habe ich noch mehr von Zilla Leutenbergers Arbeiten entdeckt, die mir auch ganz ausserordentlich gut gefallen, aber dennoch kommt keine an das in echt Gesehene heran.

Fiac - Dennis Feddersen - parasite # 17

parasite # 17 © Dennis Feddersen

Der erste Tag auf der Fiac ist geschafft und ich habe einige neue großartige Künstler auf meiner persönlichen Watch-List. Neben den bekannten Künstlern Robin Rhode, Stefan Balkenhol und Norbert Bisky galt meine besondere Aufmerksamkeit jenen Künstlern, die mir bisher unbekannt waren. Ganz vorne mit dabei Dennis Feddersen mit seiner Installation parasite # 17, die sich um die Wände des Standes der Galerie Suzanne Tarasieve im Cour Carrée des Louvres windet.
"Die Skulpturen von Dennis Feddersen wachsen unermüdlich. Sie breiten sich aus - in aller Stille, aber massiv. Gleich einem Krebsgeschwür sind sie da, man spürt ihr Wachstum und auch, dass sie einem bald den Atem nehmen werden. Aber vorerst arrangieren sie sich noch mit der Architektur oder Landschaft, noch müssen sie, Parasiten gleich, von ihrem Wirt leben. So lange ist die anarchische Aggressivität dieser rhizomartigen Gebilde gefesselt und das Gefühl von Angst, Ohnmacht und Ekel, das sie erzeugen, entsprechend subtil. Aus Polyvinylchlorid oder Schichtholz baut der Künstler die biegsamen Elemente, die er je nach Örtlichkeit zu riesigen organischen Gebilden zusammenfügt. Es entstehen flexible, anpassungsfähige, ja intelligente Skulpturen, die die Räume neu definieren. Ein performatives Element ist ihnen eingeschrieben. Sie scheinen von Leben erfüllt, ganz so als hätten sie sich als Elemente künstlicher Welten hier konkretisiert."

Freitag, 23. Oktober 2009

Fiac - Slick und andere große Ausstellungen


Zu dieser Zeit passiert in der Pariser Kunstszene so einiges: Die großen Kunstmessen FIAC und die SLICK wurden gestern eröffnet und sind noch bis zum Sonntag für Publikum geöffnet. Im Grand Palais sowie im Louvre werden aktuelle zeitgenössische Künstler gezeigt und den sonstigen großen Pariser Museen gibt es derzeit auch einiges an großen Ausstellungen zu sehen. Um alles zu sehen, müsste alles 24 Stunden geöffnet sein und man müsste sich zerteilen können, in mindestens 4 Stücke. Ich werde versuchen wenigstens eine kleine Auswahl hier vorzustellen und in den folgenden Tagen ein wenig vom hiesigen Kunstgeschehen zu berichten.

Textilien der besonderen Art - Wooden Textiles von Elisa Strozyk

© Elisa Strozyk "textile furniture"

"Ich hinterfrage das Alltägliche, interpretiere neu, setze das Gewohnte in einen neuen Kontext."

© Elisa Strozyk "wooden carpet"

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Pariser Stadtgeflüster


Der Herbst in Paris ist nun vollkommen angekommen. Ein Mantel und Stiefel sind meine ständigen Begleiter. Natürlich gibt es immer noch einige die mit kleinen Ballerinas oder nur mit Blaser unterwegs sind, aber ich werde diese beiden Dinge wohl nur noch bei absoluten Sonnenschein hervorwühlen. Um uns allen den Herbstanfang etwas zu versüßen im folgenden 3 Pariser Highlights: Von roten Fingernägeln, über köstliche Macarons bis hin zu einem Einblick in die neue Ausstellung Chasing Napoleon.

1. Rot bleibt die Farbe des Herbstes


...zumindest was meine Fingernägel und Lippen betrifft. Schon im Sommer waren sie meist knallig rot. Passend zum Herbst kommen jetzt auch noch die dunkleren Rottöne zum Einsatz. Meine Absolute Lieblingsmarke, die gute Qualität, lange Haltbarkeit und einfach wunderschöne Rottöne vorzuweisen hat, ist Mavala. Passend zu meinem Wechsel nach Frankreich trage ich die Farben Paris, Nizza und Bordeaux.

2. Macarons von Ladurée - Eine Pariser Spezialität

via flickr

Seit 1862 gibt es in Paris den Salon de thé Ladurée. Verkauft werden die wunderbaren Stadtbekannten Macarons in vielen Läden, aber so gut wie bei Ladurée sind sie nirgends.

3. Chasing Napoleon - Neue Ausstellung im Palais de Tokio


Eine durchaus einzigartige Begrüßung erwartete mich zur Eröffnung der neuen Ausstellung Chasing Napoleon im Palais de Tokio: Brezeln und Erdbeersaft. Erfreut über das Stück Heimat, in Form der Brezeln, und ein ganz aussergewöhnliches Geschmackserlebnis in Form des Erdbeersaftes, liess es sich gleich schon viel besser Kunst betrachten. In Form von Skulpturen, Fotografien, Gemälden und einem überdimensionierten, begehbaren Kühlschrank mit -30° beschäftigt sich die Ausstellung unter anderem mit der "Unabomber"-Affäre: Im Jahr 1977 isolierte sich der ehemalige Mathematikprofessor mit Harvard-Diplom Theodore Kaczynski in einer selbstgebauten Holzhütte in Montana. Dort fabrizierte er Briefbomben, die bis zu seiner Festnahme im Jahr 1996 ganz Amerika in Angst und Schrecken versetzten. Dieses Thema taucht in der Ausstellung immer wieder in verschiedenen Arbeiten auf. Zum Beispiel in der Arbeit von Robert Kusmirowski "die Unacabine" von 2008, die aus einem kleinen Holzhaus besteht, dass an die echte Holzhütte, in der Kaczynski seit 1970 lebte und vermutlich auch seine Briefbomben bastelte, erinnert.

Dieter Roth "Reykjavik Slides"

Neben der Geschichte von Unabomber, haben mich vor allem die "Reykjavik Slides" von Dieter Roth beeindruckt. Zu sehen gibt es über 14 Tausend Fotografien der Häuser in Reykjavik aufgenommen in den Jahren zwischen 1970 und heute. Eine beachtliche und wunderschöne Sammlung.
Zu sehen gibt es die Ausstellung "Chasing Napoleon" noch bis zum 17.01.2010 im Palais de Tokio Paris

Sonntag, 18. Oktober 2009

JUST BLUE


Wie es sich wohl leben lässt, so vollkommen umgeben von blauen Dingen? Beginnt man irgendwann das Blau als Weiss wahrzunehmen, wenn man nur lange genug hinsieht? Kleidet man sich nur noch in blau um zu seinem Interieur zu passen? Oder setzt man Akzente indem man andersfarbige Sachen anzieht? Der Gedanke, im Blau zu leben, würde mir jedenfalls gefallen, aber sicher nur für einige Zeit.

Marilyn - Postkarte II

Samstag, 17. Oktober 2009

Wohnquader von Sou Fujimoto, Japan


Ineinander gesetzte Quader, Aussparungen durch Quader, der Übergang zwischen Innen und Aussen in unterschiedlichen Stufen. Der von dem Japaner Sou Fujimoto entworfene "Wohnquader" ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk. Pur und schlicht, wie wir es von anderen Japanern bereits kennen. Eine geniale Organisation des Hauses, mit Öffnungen ins Freie, Bäume im Inneren, gleichzeitig geöffnet und doch geschützt, die einfachen Formen, das schöne Material, alles harmoniert miteinander. Wie dieses weisse Haus da in der Landschaft sitzt,durch seine einfache Form heraussticht, erinnert mich ein wenig an das blaue Haus in Rotterdam, jedoch etwas dezenter und von seiner Architektur um Welten besser. Ich wünschte es wäre mein Haus...

Fotos: Iwan Baan

Langsamer Walzer


Ein wunderschönes kleines Animationsvideo der Studenten Anita Ackermann, Jesco Puluj und Vanessa Weiss der Udk Berlin. Mich erinnert es sehr an die Arbeit von Florian Jenett "SAG ES KEINEM", die ich hier schon einmal vorgestellt habe. Der Effekt, der sich zusammenfügenden Zeiger, ist wunderschön und im Zusammenspiel mit Musik und Poesie finde ich dieses Video wunderbar melancholisch.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

le crépuscule


Die Abendstimmung in meinem Zimmer hier in Paris ist die schönste Zeit am Tag. Ein leicht blauer Schleier legt sich über die Stadt und hüllt sie langsam in Dunkelheit.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ausstellungstip München: Ai Weiwei - So sorry!

Photo © Lea Rieck

Eine großartige Ausstellung, die nicht nur einfach Kunst zeigt, sondern auch ein Stück der chinesischen Geschichte, gibt es derzeit im Münchner Haus der Kunst zu sehen. Ai Weiwei, der spätestens seit der letzten Documenta auch in Europa bekannt ist, setzt sich für ein freies China ein und versucht neben seiner Kunst immer wieder über die aktuelle Situation des chinesischen Regimes aufzuklären. Seine aktuellen Werke, die immer wieder auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seiner Heimat verweisen, sind bis zum 17. Januar 2010 ausgestellt. Einen sehr schönen Einblick in die Ausstellung gibt es bei Lea Loves.

Info:
ai weiwei
so sorry
12 okt 09 - 17 jan 10

Sonntag, 11. Oktober 2009

40 Jahre Claudia Schiffer


Ich kann es kaum glauben das sie 40 Jahre alt wird. Seitdem ich denken kann gehört Claudia Schiffer für mich in die Modewelt und ist für mich seitdem keinen Tag älter geworden. Gerade auf diesen Bildern, aufgenommen zu ihrem 40. Geburtstag für das Süddeutsche Zeitung Magazin, wird einem wieder klar, dass diese Frau einfach wunderschön ist.

Süddeutsche Zeitung Magazin: Heft 41/2009; Fotos: Luis Sanchis/Shotview Photographers

Freitag, 9. Oktober 2009

Marilyn Monroe - Postkarte


Wie Leila von Surrounded zurzeit immer wieder Catherine Deneuve über den Weg läuft, so begegnet mir in letzter Zeit Marilyn Monroe des öfteren. Nach der Thank-You-Note an Mr. Volkmar von Fühlsdorff ist mir nun diese wunderschöne Postkarte in die Hände gefallen, die ich auch sofort an die Wand gebracht habe. Sie trägt erheblich dazu bei, mich hier in Paris von Tag zu Tag etwas mehr zu hause zu fühlen. Denn ich finde, erst wenn die Bilder an der Wand hängen, ist man wirklich angekommen. Bei mir sind es zwar noch keine Bilder, aber wenigstens schon ein paar Postkarten.

Schachbrettmuster

via Haw-lin

JUST WHITE IV

via ?